Wir haben zusammen eine kleine Wanderung unternommen, durch die großen und lauten Hallen der »Psychoindustrie« und durch die bunten Räume der psychotherapeutische Provinz. Was gehört eigentlich zum Erwachsensein? Wenn diese Frage gestellt wird, dann merkt man schnell, wie schwer es ist, sie mit drei »Schlagwörtern« und linear zu beantworten. Und das, obwohl genau das heute modern ist. Ein Schlagwort und eine möglichst klare (wenn auch in der vermeintlichen Klarheit oft unzutreffende) Ursache-Wirkungsbeziehung. Zum Erwachsenwerden gehören viele Eigenschaften, die Entwicklung dahin ist nicht linear sondern mäandernd und dialektisch. Zugleich scheint das Erwachsene zunehmend ein Imageproblem zu haben. Während Wörter wie »Trauma«, »Narzisst«, »depressiv«, wenn man so will Fachvokabular, Eingang in die Alltagssprache gefunden haben, gilt dies - interessanterweise - eher nicht für Begriffe wie »Regression«, »Containment« oder »depressive Position« oder die Fähigkeit zu Besorgnis. Diese Begriffe sind aber hilfreich, um sich »dem Erwachsenen« zu nähern. Ich fand es wunderbar, in einem echten Gespräch Zeit und Raum zu haben, um sich zusammen über diese und andere Phänomene auszutauschen.
Herzlichen Dank!